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Bürgermeister Ferdinand Vouk verabschiedet sich nach 41 Jahren aus der Kommunalpolitik

BEITRAG VOM 06.03.2026

„Velden war mein Lebensprojekt – und meine Herzensaufgabe.“

 

Velden am Wörther See. Nach 41 Jahren in der Kommunalpolitik – davon 25 Jahre als Bürgermeister – zieht Ferdinand Vouk einen Schlussstrich unter ein Lebenskapitel, das ihn geprägt hat wie kaum ein anderes. „Dieser Schritt fällt mir unendlich schwer“, sagt Vouk. „Politik war für mich nie nur ein Amt. Sie war Teil meines Lebens, meines Alltags, meines Herzens. Doch jetzt ist der Moment gekommen, Platz zu machen – für neue Ideen, neue Energie und neue Perspektiven", so Veldens Bürgermeister.

Ein Abschied voller Dankbarkeit
Wenn Vouk auf die vergangenen Jahrzehnte zurückblickt, überwiegt ein Gefühl: tiefe Dankbarkeit.

„Ich durfte so viele Menschen kennenlernen, so viele Gespräche führen, so viele Herausforderungen gemeinsam meistern. Die Menschen haben mir über so viele Jahre ihr Vertrauen geschenkt – das erfüllt mich mit Demut und großer Dankbarkeit.“ 


Velden habe sich in dieser Zeit verändert:
„Unsere Gemeinde ist gewachsen, offener geworden, vielfältiger, moderner. Wer heute durch Velden geht, sieht an vielen Orten, wie viel wir gemeinsam bewegt haben. Dass ich ein Stück dazu beitragen durfte, macht mich glücklich – und ja, auch ein wenig stolz.“


Herzensprojekte, die bleiben
Besonders prägend war für Vouk die verantwortungsvolle Raumplanung. Die befristete Bausperre im Seeuferbereich nennt er „eine der schwierigsten, aber wichtigsten Entscheidungen meines politischen Lebens“.

Ein besonderes Herzensprojekt war der Umbau des Bahnhofs zu einer modernen Mobilitätsdrehscheibe. „Ich wollte, dass Velden für die Zukunft gerüstet ist – barrierefrei, modern, nachhaltig.“
Auch im Bildungsbereich wurden wichtige Schritte gesetzt: der neue Bildungscampus, die Internationale Schule, die Musikschule im ehemaligen Feuerwehrhaus sowie der Ausbau der Kinderbetreuung. „Bildung ist Zukunft – und ich wollte, dass unsere Kinder die bestmöglichen Chancen haben.“

Gleichzeitig wurde in Infrastruktur, Hochwasserschutz, Straßen, Radwege, Wasserversorgung, Glasfaser und Energieeffizienz investiert. Als Klimabündnisgemeinde setzte Velden auf Photovoltaik, E‑Car‑Sharing, das Bürgersolarkraftwerk und den Ausbau der Fernwärme. Die beiden Gold-Auszeichnungen des European Energy Award bezeichnet Vouk als „Momente, in denen man spürt, dass sich konsequente Arbeit lohnt“.

Soziales, Wohnen, Pflege – der Mensch im Mittelpunkt
Besonders wichtig war Vouk, dass niemand zurückgelassen wird.

„Mit dem Veldener Sozialfonds haben wir ein Instrument geschaffen, das Menschen in schwierigen Situationen schnell und unbürokratisch hilft. Das ist gelebte Solidarität – und darauf bin ich sehr stolz.“

Auch im Bereich des leistbaren Wohnens wurde viel erreicht: neue Wohnungen in mehreren Ortsteilen, betreubares Wohnen, ein Wohnverbund für Menschen mit Behinderung sowie aktuell 60 neue leistbare Wohnungen am Bahnweg.

Der Ausbau der Pflegeinfrastruktur – Pflegeheim, Demenzkompetenzzentrum, Pflegekoordinatorin – war für ihn ein zutiefst menschliches Anliegen. Ebenso die Investitionen in die Sicherheit: neue Fahrzeuge für Feuerwehren und Wasserrettung sowie eine Rotkreuz-Ortsstelle.

Tourismus, Ehrenamt und internationale Freundschaften
Der Tourismus, Veldens wirtschaftliche Lebensader, wurde durch Investitionen in die Nebensaison, das Konferenzzentrum, den Veldener Advent, den Ostermarkt und die Wiedereröffnung des Schlosshotels gestärkt.

Mit dem neuen Vereins- und Sporthaus des ATUS Velden entstand eine moderne Infrastruktur für Sport,  Vereinsleben – insbesondere für die Jugend, aber auch für den Tourismus.

Besonders berührend spricht Vouk über die internationalen Partnerschaften mit Gemona und Bled:
„Diese Freundschaften haben meinen Blick erweitert und mein Herz berührt. Sie zeigen, wie wertvoll Begegnungen über Grenzen hinweg sind.“

Gemeinsam durch schwierige Zeiten
Trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen seit der Corona-Pandemie und eines Finanzausgleichs zulasten der Gemeinden ist es uns gelungen, weiterhin zu investieren und freiwillige Leistungen wie etwa das Gemeindebad oder Kultur- und Sportförderungen aufrechtzuerhalten. Ich fordere daher Bund und Land auf, Maßnahmen umzusetzen, um die Handlungsfähigkeit unserer Städte und Gemeinden zu stärken. Letztendlich geht es dabei um nichts weniger als den Erhalt der Lebensqualität für unsere Bevölkerung. In großer Verantwortung für unsere wirtschaftliche Entwicklung hat der Gemeinderat vorausschauend und einstimmig am Beginn der Corona-Pandemie 2020 das Großbauvorhaben Umbau Gemeindeamt vorläufig gestoppt. Auch wenn für die Planung und den Ankauf einer Liegenschaft schon Mittel aufgewendet wurden, steht ein baurechtlich genehmigtes Projekt zu Buche, das bei einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jederzeit umgesetzt werden kann und eine wesentliche städtebauliche Aufwertung ermöglicht.

„Das war nur möglich, weil wir zusammengehalten haben – Politik, Verwaltung und Bevölkerung.“

Ein Dank, der von Herzen kommt
Sein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Marktgemeinde:
„Ohne ihre Kompetenz, Loyalität und jahrzehntelange Unterstützung wäre all das nicht möglich gewesen.“

Ebenso bedankt sich Vouk bei den Bürgerinnen und Bürgern, dem Gemeindevorstand, dem Gemeinderat und den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern:
„Sie alle sind das Rückgrat unserer Gemeinde. Sie machen Velden zu dem, was es ist: ein Ort des Zusammenhalts, der Wärme und des Miteinanders.“

Ein besonderer Dank gilt auch den Einsatzorganisationen und ihren ehrenamtlichen Mitgliedern sowie den Sicherheitskräften, die tagtäglich im Einsatz für die Sicherheit der Menschen stehen. Ebenso dankt Vouk den Vertreterinnen und Vertretern der Behörden und Institutionen für die stets konstruktive Zusammenarbeit.

„Ein besonderer Dank gebührt meiner Familie, allen voran meiner Gattin Gudrun, die mich in jeder Phase meines Amtes unterstützt hat. Für sie war diese Zeit oft auch mit Verzicht verbunden. Ohne ihre Rückendeckung und ihr Verständnis wäre vieles nicht möglich gewesen.“

Ein Abschied – und doch kein Abschied
„Ich verlasse mein Amt mit Dankbarkeit, Demut und einem Herzen voller Erinnerungen. Velden hat sich erneuert – und ich durfte diesen Weg begleiten. Das erfüllt mich mit Stolz und mit tiefer Freude.“

Auch wenn er sich aus der aktiven Politik zurückzieht, bleibt er Velden eng verbunden:
„Ich freue mich darauf, die Zukunft unserer Gemeinde aus einer neuen Perspektive mitzuerleben – mit derselben Liebe und Verbundenheit wie bisher.“
„Mit Herz und Seele war ich 25 Jahre Bürgermeister unserer schönen Marktgemeinde Velden am Wörther See. Es war mir eine große Ehre, eine Freude und eine echte Herzensangelegenheit, dieses Amt so lange ausüben zu dürfen.“