VELDEN FAIR – eine künstlerische Betrachtung im Kunstbahnhof Wörthersee

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Die Frage nach denen, die da sind und was sie davon halten – Velden 2024 – stand im Mittelpunkt der mehrtägigen Kunstintervention von Gerhard Fresacher, der auf Einladung von Kuratorin Barbara Ambrusch-Rapp den Kunstbahnhof Wörthersee unter dem Titel „monument for a hunting party“ bespielte. Im Rahmen eines offenen Ateliers führte der multimedial arbeitende Künstler zahlreiche Interviews mit Menschen aus der Region, darunter auch mit Veldens Kultur- und Finanzreferentin GV Dr. Margit Heissenberger. Sowohl wissenschaftliche und historische Aspekte als auch subjektive Erinnerungen und zuweilen melancholische Erzählungen über Velden früher und heute sammelten sich schlussendlich zu einem sehr reichhaltigen Schatz, den der Künstler für sich hob, in einer ersten Bilderserie interpretierte und dem sehr interessierten Ausstellungspublikum in seiner unverkennbaren Bildsprache sichtbar machte.

Sein Fazit aus dieser Kunstaktion: Velden ist einzigartig und lebt mehr von seiner Natur und der Landschaft als einige glauben. Auch den Wunsch nach mehr Transparenz und Nachhaltigkeit oder, dass der öffentliche Raum in Velden neu diskutiert werden sollte, etwa am Beispiel der Zugänge zum See, nahm Gerhard Fresacher mehrfach wahr. Neben kritischen Aussagen wie „Velden wird zur Ware“ oder „die Wahrheit ist verhandelbar“ fanden auch schöne Erinnerungen ihren Raum: Eine direkt im Kunstbahnhof entstandene Malerei Fresachers mit dem Titel „velden fair“ sieht die Kuratorin durchaus auch als dokumentierendes Monument, als eine bildgewordene Essenz dieser Aktion an. Die kleineren Arbeiten, die der Künstler als vermalte Relikte aus den Gesprächen produzierte, nehmen Bezug auf einzelne Erinnerungen, Erlebnisse und Hoffnungen der interviewten Veldnerinnen und Veldner und machen auch die facettenreichen Sichtweisen der Menschen im und aus dem Ort schaubar. Der Reflexionsprozess ist damit nicht abgeschlossen und wer weiß, welche Anregungen das Publikum und die Beteiligten dieser Kunstintervention noch für sich mitnehmen werden…


Foto / KK © Ambrusch-Rapp
Dr. Margit Heissenberger mit Gerhard Fresacher